Coronajammern

Jetzt, wo es so gut wie vorbei ist, gilt es die Schäden aufzuräumen, gutzumachen.

Wie nach einem Tsunami, stehen jetzt viele vor dem, was der Sturm hinterlassen hat. Nur sind es keine umgefallenen Bäume oder vermurte Straßen. Diesmal ist es viel schlimmer – es ist Geld.

Als wäre es vom Sturm weggeweht worden, fehlt es an allen Orten.

Ganz, ganz laut jammern natürlich die, die am meisten hatten – was nur logisch ist, denn ihnen fehlt auch am meisten (wo nichts ist, kann nichts weggeweht werden).

Jetzt könnte es aber auch den naivsten unter uns auffallen, dass der Unternehmer (oder heute auch der Manager), der deswegen so enorm viel verdienen muss, weil er soviel Verantwortung trägt (und ja hier ist absichtlich die männliche Form gewählt, weil es sich bei dieser Spezies nur ganz selten um Frauen handelt).

Tja und jetzt, wo die Verantwortung zu tragen wäre, jetzt schreit man sehr laut und sehr intensiv, dass man Hilfe braucht. Und die gibt es dann natürlich auch. Milliarden Hilfspakete für die Wirtschaft.

Fällt es eigentlich auf, dass in guten Zeiten (letzte 50 Jahre), keiner der Verantwortungsträger daran denkt, seinen Gewinn an die Allgemeinheit zu geben, mit seinen Mitmenschen zu teilen, oder auch nur mit denen, die diesen Gewinn erst möglich gemacht haben.

Nur wenn die Zeiten schlecht sind, dann soll der Verlust doch bitte alle treffen. Die Schulden gehören uns gemeinsam, das ist amtlich. Immerhin geben Sie ARBEIT, das höchste Gut.

Gewinn für mich – Verlust für alle! (das ist übrigens auch ohne Corona so, geht einer in Konkurs wird der Verlust auf alle aufgeteilt, macht einer gute Geschäfte wirds dann doch ein Porsche oder eine Villa oder sonst sowas Nettes).

Und jetzt, wo sie keine Arbeit geben können, weils grad mal keine zu tun gibt, werden Mitarbeiter in der ersten Stunde gekündigt oder wenn sich das besser rechnet, wird sobald das geht , die Kündigung in Kurzarbeit umgewandelt.

In unzähligen Interviews erzählen uns Unternehmer – von der barocken Oboistin die im Leben noch keinen Euro Einkommen hatte (zumindest keinen Euro angegeben) – bis hin zum millionenschweren Hotelier – wie schlimm sie als Unternehmer jetzt dran sind. Sie bilden – so es sie nicht schon lange gibt – Branchenlobbies und jammern gemeinsam umso lauter. Und werden gehört, es wird nachgebessert und überall Geld verteilt.

Nur die normalen Menschen, Arbeiter und Angestellte, die haben offenbar keine Lobby. Noch kein einziges Interview mit einem gewöhnlichen Corona-Arbeitslosen habe ich gesehen. Da soll halt die Familie, die e schon vom normalen Lohn kaum Leben konnte, jetzt schnell mal mit 55% auskommen. Da heisst es jetzt wohl auf Champagner und Kaviar verzichten, oder wovon ernähren die sich wohl (aber keine Sorge, das fragt sich der Chef nicht mal, weil es ihm egal ist).

Es wird halt so sein, wie es immer ist. Die, die haben, werden auch diese Krise gut überstehen, naja und die anderen werden auch überleben. Und wir alle zahlen eben wie immer, viel für die Reichen und wenig für die Armen. Gut, dass das immer so bleibt.

Der Mensch mag einfach keine Veränderung.

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